Zwischen Pflastersteinen sprießt Unkraut besonders hartnäckig, weil sich in den Fugen Erde, Staub und Samen sammeln. Die schnelle Lösung aus der Sprühflasche ist auf Wegen, Terrassen und Einfahrten jedoch meist verboten. Ich zeige, welche Methoden in Deutschland erlaubt sind, wann Fugenkratzer, Bürste, Heißwasser oder Abflammgeräte sinnvoll sind und wie neue Fugen den Pflegeaufwand deutlich verringern.
Die richtige Unkrautbekämpfung schützt Pflaster und Grundwasser
- Herbizide verboten Auf befestigten Flächen dürfen Unkrautvernichtungsmittel grundsätzlich nicht eingesetzt werden.
- Mechanik zuerst Fugenkratzer, Fugenbürste und harter Besen sind für kleine Flächen meist die beste Wahl.
- Hitze wirkt kontaktartig Heißwasser und Abflammen zerstören die oberirdischen Pflanzenteile, beseitigen aber nicht immer jede Wurzel.
- Fugenpflege entscheidet Nach der Reinigung sollte fehlendes Fugenmaterial ersetzt werden.
- Hausmittel sind keine Lücke Salz, Essig, Essigreiniger und Haushaltsreiniger dürfen nicht zur Unkrautbekämpfung verwendet werden.
Warum chemische Unkrautvernichter auf Pflaster verboten sind
Gepflasterte Wege, Terrassen, Hofeinfahrten und Parkflächen gelten als befestigte Freilandflächen. Nach § 12 Absatz 2 des Pflanzenschutzgesetzes dürfen dort grundsätzlich keine Pflanzenschutzmittel angewendet werden. Das gilt auch dann, wenn ein Mittel als biologisch, natürlich oder besonders umweltfreundlich beworben wird.
Der Grund ist die schnelle Abschwemmung. Regen kann Wirkstoffe aus den Fugen in einen Gully, einen Bach oder das Grundwasser transportieren. Das Umweltbundesamt weist deshalb ausdrücklich darauf hin, dass auch Salz, Essig, Moosvernichter, Grünbelagsentferner und Steinreiniger nicht mit dem Ziel eingesetzt werden dürfen, Unkraut abzutöten.
Wer trotzdem sprüht, riskiert je nach Verstoß ein Bußgeld von bis zu 50.000 Euro. Eine Ausnahme ist nur in begründeten Fällen und mit einer Genehmigung der zuständigen Pflanzenschutzbehörde möglich. Für private Wege und Einfahrten ist dieser Weg normalerweise weder nötig noch praktikabel.
Ich würde daher nicht nach einem vermeintlich zugelassenen Spezialmittel suchen. Entscheidend ist nicht der Wirkstoff, sondern der Zweck und der Ort der Anwendung. Auf einer versickerungsfähigen Pflasterfläche gehört Unkraut mechanisch oder thermisch entfernt.

Welche Methode zu Fläche und Fuge passt
Die beste Methode hängt davon ab, wie groß die Fläche ist, wie tief die Wurzeln sitzen und ob die Fugen später neu gefüllt werden sollen. Für einen kleinen Gartenweg nehme ich lieber ein gutes Handwerkzeug als einen Hochdruckreiniger. Bei einer großen Einfahrt spart eine motorisierte Bürste dagegen viel Zeit.
| Methode | Geeignet für | Stärken | Grenzen |
|---|---|---|---|
| Fugenkratzer | Kleine bis mittlere Flächen | Entfernt Wurzeln gründlich und präzise | Körperlich anstrengend |
| Fugenbürste | Moos, junge Kräuter und flache Fugen | Schnell und materialschonend | Erfasst tiefe Wurzeln nicht immer |
| Harter Straßenbesen | Regelmäßige Pflege | Günstig und unkompliziert | Wirkt vor allem vorbeugend |
| Heißwasser | Empfindliche Bereiche und größere Flächen | Keine offene Flamme, gute Wirkung auf junge Pflanzen | Geräte können teuer und schwer sein |
| Abflammgerät | Trockene, offene Pflasterflächen | Schnelle Behandlung der Oberfläche | Brandgefahr und begrenzte Wurzelwirkung |
| Motorisierte Unkrautbürste | Große Hofflächen und lange Wege | Hohe Flächenleistung | Kann Fugenmaterial ausräumen |
Fugenkratzer und Bürste
Der Fugenkratzer ist meine erste Wahl, wenn einzelne Pflanzen bereits kräftige Wurzeln gebildet haben. Mit einer schmalen, stabilen Klinge lässt sich die Pflanze möglichst tief aus der Fuge lösen. Eine Fugenbürste mit Stahl- oder Kunststoffbesatz eignet sich besser für Moos, Keimlinge und lockeren Bewuchs.
Nach dem Kratzen sollte das gelöste Material sofort zusammengekehrt werden. Bleibt die Erde in der Fuge liegen, ist der nächste Samen bereits mit einem kleinen Nährboden versorgt. Regelmäßiges Kehren wirkt unspektakulär, reduziert den Unkrautdruck aber erstaunlich wirksam.
Heißwasser und Abflammen
Heißwasser zerstört die Pflanzenzellen durch Wärme und ist besonders interessant, wenn offene Flammen unerwünscht sind. Kleine handgeführte Geräte gibt es für den Hausgarten, leistungsfähige Heißwasser- oder Dampfgeräte werden eher von Dienstleistern eingesetzt. Die oberirdischen Teile vertrocknen nach einigen Tagen, bei ausdauernden Pflanzen sind mehrere Durchgänge nötig.
Beim Abflammen muss die Pflanze nicht vollständig verbrannt werden. Es reicht, die Zellstruktur kurz zu schädigen. Ich halte die Flamme nur wenige Sekunden über den Bewuchs und arbeite besonders vorsichtig an Holz, trockenen Blättern, Hecken und Gebäudefassaden. Bei trockener Witterung oder in der Nähe brennbarer Materialien ist Heißwasser die vernünftigere Lösung.
So entferne ich Bewuchs Schritt für Schritt
Eine gründliche Reinigung beginnt nicht mit dem Gerät, sondern mit einer kurzen Bestandsaufnahme. Prüfe zuerst, ob nur einzelne Kräuter wachsen oder ob die Fugen bereits vollständig mit Erde und Wurzeln gefüllt sind. Davon hängt ab, ob eine einfache Pflege reicht oder eine Fugensanierung sinnvoller ist.
- Grob kehren Entferne Laub, Erde, Zweige und lose Samen mit einem harten Besen.
- Wurzeln lösen Ziehe größere Pflanzen möglichst vollständig heraus oder arbeite sie mit dem Fugenkratzer aus.
- Fugen reinigen Bürste verbliebene Pflanzenreste und lockeres Material aus den Zwischenräumen.
- Fläche behandeln Nutze bei Bedarf Heißwasser, Dampf, Abflammtechnik oder eine motorisierte Bürste.
- Rückstände entfernen Kehre das abgestorbene Material ab, bevor es wieder zu Humus zerfällt.
- Fugen auffüllen Ergänze ausgespülten oder entfernten Sand, damit die Steine stabil bleiben.
Beim Hochdruckreiniger bin ich zurückhaltend. Er kann Moos und oberflächlichen Schmutz gut lösen, spült aber häufig Fugensand und feine Bettung heraus. Außerdem kann ein zu harter Wasserstrahl die Steinoberfläche aufrauen. Wenn du ihn verwendest, sollte der Druck nicht direkt senkrecht in die Fuge gerichtet werden. Danach muss die Fläche meist neu eingesandet werden.
Bei tief wurzelnden Pflanzen wie Löwenzahn oder Quecke reicht ein einmaliges Abflammen selten aus. Die Pflanze wird zwar sichtbar geschädigt, treibt aus dem Wurzelstock aber erneut aus. In diesem Fall ist das vollständige Auskratzen der Fuge meist nachhaltiger als immer wieder nur die Blätter zu behandeln.
Neue Fugen halten länger sauber
Nach der Unkrautentfernung bleibt die Fuge nicht automatisch dauerhaft frei. Ist sie leer, sammelt sich dort erneut Staub. Genau deshalb gehört das Nachsanden zur eigentlichen Pflege und ist kein optionaler letzter Handgriff.
Für normale, wasserdurchlässige Pflasterflächen eignet sich trockener Fugensand oder ein unkrauthemmender Fugensand. Das Material wird auf der sauberen, trockenen Fläche verteilt und diagonal in die Fugen eingekehrt. Die Fugen sollten möglichst über ihre gesamte Höhe gefüllt sein und frei von Wurzelresten bleiben.
Bei Terrassen und wenig belasteten Wegen können auch gebundene, wasserdurchlässige Fugenmaterialien infrage kommen. Sie erschweren das Eindringen von Samen und werden bei richtiger Verarbeitung stabiler als loser Sand. Für eine Pkw-Einfahrt müssen jedoch Unterbau, Fugenbreite und Belastung zusammenpassen.
Eine vollständig dichte Fuge ist nicht immer die beste Lösung. Viele Pflasterflächen sind so gebaut, dass Regenwasser durch die Fugen versickert. Wer jede Fuge mit einem ungeeigneten dichten Material verschließt, kann die Entwässerung und bei Frost auch die Haltbarkeit des Belags verschlechtern.
Am meisten bringt eine Kombination aus sauberer Ausgangsfläche und regelmäßiger Pflege. Einmal im Frühjahr gründlich kratzen und danach alle paar Wochen kehren, ist meist deutlich wirksamer als eine seltene radikale Reinigung.
Diese Fehler machen die Arbeit doppelt
Essig und Salz als vermeintliche Hausmittel
Essig, Essigessenz und Salz wirken auf viele Pflanzen sichtbar schädigend, sind aber keine erlaubte Ausweichlösung. Sie können Boden und Wasser belasten und gelangen über die Fugen besonders leicht in die Umgebung. Dass ein Mittel im Haushalt verfügbar ist, macht es nicht zu einem zulässigen Pflanzenschutzmittel.
Nur die Blätter entfernen
Wer lediglich die sichtbaren Pflanzenteile abreißt, lässt die Wurzel oft unberührt. Das funktioniert bei sehr jungen Keimlingen, bei älteren Pflanzen aber nur kurzfristig. Ich entferne deshalb besonders bei Löwenzahn und Gräsern möglichst den gesamten Wurzelansatz.
Zu aggressiv reinigen
Eine glänzend saubere Fläche ist nicht automatisch eine gut gepflegte Fläche. Ein harter Wasserstrahl oder eine aggressive Bürste kann Stein, Fuge und Bettung beschädigen. Wenn nach der Reinigung Sand fehlt, werden die Steine instabiler und neue Pflanzen finden schneller Halt.
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Fugen nicht nachfüllen
Leere Fugen sind eine Einladung für Staub, Samen und Feuchtigkeit. Nach jeder gründlichen Reinigung sollte deshalb kontrolliert werden, ob der Belag noch stabil sitzt. Fehlt Material, wird mit passendem Fugensand nachgefüllt und vorsichtig eingekehrt.
Die klügste Lösung für dauerhaft gepflegte Pflasterfugen
Für die meisten privaten Flächen ist ein chemischer Unkrautvernichter weder notwendig noch rechtlich die richtige Wahl. Ich würde kleine Bereiche mit Fugenkratzer und Bürste pflegen, größere Flächen bei Bedarf thermisch behandeln und anschließend das Fugenmaterial erneuern.
Die dauerhaft beste Strategie lautet früh entfernen, regelmäßig kehren und Fugen vollständig halten. Wer einen neuen Weg oder eine Einfahrt plant, sollte außerdem schon bei der Auswahl von Pflaster, Fugenbreite und Fugenmaterial auf gute Wasserdurchlässigkeit und einfache Pflege achten. So bleibt der Belag ordentlich, ohne dass Pflanzenschutzmittel in Boden oder Wasser gelangen.
